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Wichtiges Thema - plattes Buch
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Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Die Perfektionierer: Warum der Optimierungswahn uns schadet - und wer wirklich davon profitiert (Broschiert) Klaus Werle greift in "Die Perfektionierer" ein wichtiges Thema auf; immer stärker wird der Trend zur Perfektion. Wir wollen schöner, reicher, klüger sein, das Leben in den vollsten Zügen genießen und die Kinder allerbestens ausbilden, eine Spirale, die sich ins Absurde dreht. Klar, dass hier einiges auf der Strecke bleibt, was viel wichtig wäre. Dazu gehören Werte, Erlebnisse, Maß, Verstand und Kreativität. Trotz einem Eingangsteil, den Werle den Ursachen widmet, und dem wiederholten Einflechten soziologischer Theorien bleiben Analyse und Konsequenzen flach. Nicht umsonst wurde "Perfektion" noch nie zur wichtigen theoretischen Kategorie erhoben. Es fehlt Werle konsequenterweise der Anschluss an eine überzeugende Theorie, die auch ein locker geschriebenes Sachbuch benötigt, soll es seinen Preis und seinen Platz im Buchhandel wert sein. Als gelernter Spitzenjournalist kann Werle pointiert schreiben. Allerdings fällt die Pointierung vor allem am Anfang so stark aus, dass ich mich häufiger fragte, was er mit diesem Satz oder jenem Abschnitt eigentlich inhaltlich sagen wollte. So gesehen ist das Buch ein Beispiel dessen, was es kritisiert: Perfekter Text, professionell aufgemacht, bestens beworben, Inhalt solala. Doch diese Analyseebene fehlt im Text wie im Konzept des Buches: Wie verhält sich eigentlich der perfekte Schein zum Inhalt? Angesprochen wird das immer wieder - wie so viele Phänomene. Es gibt Daten, Theorieversatzstücke, Beispiele. Aber durchdacht wird das Ganze eben nicht. Schade, dass mit einem solchen etwas aufgeregten und gleichzeitig lauen Buch die Chance vertan wird, das wichtige Thema unserer perfekten Oberflächen ernsthaft zu diskutieren.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 15. März 2010 |